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Mein Weg zum perfekten HomeLab Server

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Warum man ihn braucht und wie man ihn sinnvoll baut

Warum überhaupt ein HomeLab?

Wer sich ernsthaft mit moderner IT beschäftigt, kommt an einem HomeLab kaum vorbei. Klar, vieles lässt sich theoretisch lernen zum Beispiel in Vorlesungen, über Tutorials oder ganz modern mit KI. Aber wirklich verstehen tut man Systeme erst, wenn sie laufen, kaputtgehen und man sie selbst wieder repariert.

Ein HomeLab ist der perfekte Spielplatz für genau das:

  • Netzwerke testen und segmentieren
  • Firewalls wie OPNsense oder pfSense ausprobieren
  • Proxmox-VMs und -Container (CTs) bauen, zerlegen, neu aufsetzen
  • Selfhosted Dienste wie Nextcloud, Dokploy, Nginx, Traefik, Docker oder ganze Stacks davon betreiben

Die Liste ist praktisch endlos. Es gibt eine riesige Selfhosted-Community (auf Reddit oder GitHub) und unfassbar viel Open-Source-Software, die nur darauf wartet, selbst betrieben zu werden.

Und dann kommen die spannenden Dinge:
Eine eigene Root-CA aufsetzen. ACME-Challenges verstehen. TLS nicht nur benutzen, sondern begreifen, was da eigentlich passiert. Dinge, die seit Jahren Standard sind, aber oft nie wirklich hinterfragt werden.

Dazu passen auch Identity Provider wie Authentik oder Keycloak – ideal, um Authentifizierung, SSO und Rollenmodelle realistisch abzubilden.

Theorie vs. Realität: Zero Trust

Im Studium lernt man relativ früh, wie wichtig eine Demilitarized Zone oder eine Zero-Trust Architektur ist, aber wie setzt man sowas wirklich ein? Genau hier spielt ein HomeLab seine Stärken aus.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Wer sich ernsthaft mit moderner IT, Cloud, Security oder Microservices beschäftigt, braucht ein HomeLab.

Microservices, Selfhosting und der Spagat

Der aktuelle Trend geht klar in Richtung Microservices, Container, Orchestrierung und selbst gehostete Developer-Tools:

  • GitLab
  • Docker Registries
  • Nextcloud
  • interne APIs
  • Monitoring & Logging

Aber jetzt kommt der Haken:

Wie schafft man den Spagat zwischen Platz, Ästhetik, Leistung, Energieeffizienz und Speicher?

Die ehrliche Antwort: Es ist kompliziert.

Oder anders gesagt: Man muss bewusst entscheiden.


Die Basis: Effiziente Hardware statt Server-Monster

Ein klassischer 1U- oder 2U-Enterprise-Server ist für ein HomeLab oft extrem laut, riesig und braucht Strom ohne Ende.

Die elegante Lösung: Intel N100 / N150 Plattformen.

Das Herzstück: Intel N150 (Twin Lake)

Der Intel N150 (Nachfolger des N100) ist fast schon absurd effizient:

  • 4 Kerne / 4 Threads
  • bis 3,6 GHz
  • 6 MB Cache
  • nur 6 W TDP

Konkret habe ich mich für dieses Board entschieden:
👉 CWWK M8 Mini-ITX mit Intel N150

Ideal für 24/7-Betrieb, Virtualisierung und Storage ohne schlechtes Gewissen beim Stromverbrauch. Perfekt ist auch 10G Lan und 2x M.2 Slot. für sehr schnelle SSDs. Unterstützer Ram in einem So-Dimm DDR5 Slot sind 48GB.

Das Gehäuse: 19 Zoll, aber bitte nicht tief

Für HomeLabs ist eines besonders wichtig: Tiefe.

Typische Servergehäuse sind oft 60–80 cm tief – völlig unnötig, wenn man:

  • Firewalls
  • Switches
  • Router
  • Patchpanels

in einem Netzwerk-Rack unterbringen möchte.

Meine Wahl fiel auf dieses Gehäuse aus den Niederlanden:
👉 MyElectronics 19" 2U Mini-ITX Short Depth

Das ist perfekt für mein HomeLab weil es esthetisch ist und praktisch.

Lautstärke: Das unterschätzte Killerkriterium

Ein HomeLab, das klingt wie ein Helikopter im Landeanflug macht keinen Spaß. Vorallem nicht wenn es im Büro steht.

Die Antwort ist eine überragende und preiswerte Firma namens Noctua aus Österreich.

In das Gehäuse passen exakt:

👉 3× Noctua NF-A8

Diese Lüfter sind:

  • extrem leise
  • hochwertig
  • praktisch unhörbar im Dauerbetrieb

Wenn man sie einmal verbaut hat, will man nie wieder etwas anderes.

Netzteil: Flex-ATX, aber effizient

Wichtig beim Netzteil is der Formfaktor von Flex-Atx und einer möglichst hohen Effizienz. Denn je höher die Effizient desto weniger Abwärme desto leiser der Lüfter.

Meine Wahl:
👉 FSP Flex Guru 300W Flex-ATX

300 W sind mehr als ausreichend. Selbst mit mehreren HDDs, NVMe und 10 GbE.


Fazit

Für rund 600 € habe ich mir einen hochwertigen Server gebaut, der perfekt auf meine Anforderungen zugeschnitten ist. Ein Build, der in jedes Büro passt und richtig professionell wirkt.

Bonus: Cluster-Upgrade

Aufgewertet wird das Setup durch 2× Lenovo ThinkCentre Mini-PCs In Kombination mit Proxmox und Kubernetes lassen sich damit richtig spannende Cluster-Experimente fahren mit hochverfügbaren Services, Loadbalancing und realistischen Produktionsszenarien.